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Film
2015
Mustang
Ausbruch aus dem Patriarchat
Sophie ist begeistert von Mustang
Mein Leben und mein Körper gehören nur mir – so untertitelte ich vergangenes Jahr meine Kritik zu Girlhood von Céline Sciamma. Und wie groß war meine Freude, als ich diese emanzipatorische Botschaft dieses Jahr in Deniz Gamze Ergüvens Mustang wiederentdeckte. Ergüven wählt mit ihrem Film jedoch einen deutlich direkteren Umgang mit dem Thema, wenn sie auf das Leben von fünf Mädchen im strengen Patriarchat der türkischen Provinz blickt.

Großer interpretatorischer Fähigkeiten bedarf es zum Verständnis dieser Botschaft nicht. Die Freiheitsberaubung der Mädchen und das hierin wurzelnde Leid ist deutlich sichtbar und muss nicht zwischen den Zeilen erahnt werden. Dank eines immens natürlichen Stils in Bildgestaltung, Kamera und Schauspiel wirkt Mustang dabei jedoch niemals belehrend oder moralisierend. Vielmehr scheint uns Deniz Gamze Ergüven einen authentischen Einblick in einen Teil der türkischen Gesellschaft zu geben, wobei die Kontrastierung mit dem Sehnsuchtsort Istanbul zu jeder Zeit ein differenziertes Bild der türkischen Kultur ermöglicht.

Während Mustang uns also zeigt, wie Frauen an anderen Ort der Welt auch heute noch unterdrückt und körperlich enteignet werden, erzählt uns der Film auch etwas über uns selbst und unsere Möglichkeiten. Der Ausbruch ist möglich. Er erfordert Mut und ist manchmal gefährlich, aber es lohnt sich immer dafür zu kämpfen!

Lest die ganze krittiq zum Film auf www.filmloewin.de
17 Krittiqs
1
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Film
2015
Mustang
3
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IMDB
7.7 von 10
Genre
Drama
Länge
97 Minuten
Handlung
Im Frühsommer in einem kleinen türkischen Dorf machen Lale (Güneş Nezihe Şensoy) und ihre vier Schwestern Nur (Doğa Zeynep Doğuşlu), Ece (Elit İşcan), Selma (Tuğba Sunguroğlu) und Sonay (İlayda Akdoğan) auf dem Weg von der Schule nach Hause einen kleinen Abstecher zum Meer, wo sie mit ein paar Jungs spielen. Doch das eigentlich harmlose Herumalbern tritt einen Skandal mit weitreichenden Konsequenzen los. Fortan halten gefängnisähnliche Zustände Zuhause bei ihrem strengen Onkel Erol (Ayberk Pekcan) Einzug, wo die fünf Mädchen nach dem Tod ihrer Eltern aufwachsen. Stunden in Hausarbeit und Kochen ersetzen die Schule und die ersten Ehen werden arrangiert. Doch die Geschwister, die der Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung gemein ist, trotzen den ihnen aufgezwungenen Restriktionen.
Regisseur
Deniz Gamze Ergüven
Besetzung
Güneş Nezihe Şensoy als Lale
Doğa Zeynep Doğuşlu als Nur
Elit Iscan als Ece
Tuğba Sunguroğlu als Selma
İlayda Akdoğan als Sonay
Nihal Koldaş als Grandmother
Ayberk Pekcan als Erol