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Film
1983
Begierde
Twilight Light for adults?
Heiko ist begeistert von Begierde
Wenn man sich BEGIERDE anschaut, dann erstaunt es zu einer gewissen Weise, welchen Weg der 2012 leider verstorbene Tony Scott eingeschlagen hat. Schon seine drei darauf folgenden Filme TOP GUN, BEVERLY HILLS COP 2 und TAGE DES DONNERS sind ikonische Vertreter des 80er Jahre-Breitwand-Mainstreams, die mal mehr, mal weniger gelungen sind und in denen Action groß zelebriert wird. Anders Scotts Langfilmdebüt, welches mehr von seiner Stimmung lebt. Die Geschichte um das Vampirpaar John und Miriam, die zusammen als Musiklehrer zusammen in einem großen Anwesen in New York leben ist zusammengefaßt ein halbphilosophischer, vor sich mäandernder Trip, der verschiedene Genres umreist. Der Horror kommt dabei ziemlich kurz, es steckt mehr ein leises Drama um die Vergänglichkeit im Ganzen in ihm.

Und um - der originale Titel passt wie die Faust aufs Auge - einen HUNGER. Hunger nach Leben, nach (bedingungsloser) Liebe und wohin diese führen kann. Wenn der plötzlich rapide alternde John (David Bowie) sich beklagt, dass seine Gefährtin Miriam (Catherine Deneuve) ihm vor Jahrhunderten beteuerte, dass sie für immer und ewig zusammen bleiben: Zeiten ändern sich und auch unter Vampiren kommt die Entfremdung in Beziehungen vor. Trotz des Versuchs von John, sein Gebrechen durch die Ärztin Sarah (Susan Sarandon) aufhalten zu lassen: es ist vergebens. Sinnbildlich stellt Miriam den vorm Tode stehenden John in einer Szene, gebettet in einen Sarg, zu seinen toten Vorgängern, welche ebenfalls im Sarg in deren gemeinsamen Haus aufbewahrt werden. Als Sarah John zuhause aufsucht, nachdem sie ihn zuvor für einen der vielen Spinner hielt, die so bei ihr auftauchen, trifft sie auf Miriam und die zwei Frauen kommen sich näher.

Eine Sache die man dieser durchaus zu gefallenen, erwachsenen Vampir-”Romanze” vorwerfen kann, ist ihre Unentschlossenheit. BEGIERDE will an mancher Stelle zu viel, wirft und wühlt einiges auf um dann daran zu scheitern, dass hinter der unglaublich hübschen Fassade wenig Substanz ist. Tony Scott schuf einen bis aufs letzte durchstilisierten, wunderschön anzuschauenden Film, bei dem so manches Mal der Leerlauf in den Startlöchern steht. Das gut aufspielende Darstellergespann und die besondere Atmosphäre, die BEGIERDE mit sich bringt, können diesen in seine Schranken verweisen. Außerdem sind die Maskeneffekte (der alternde Bowie, das Finale) auch heute noch ziemlich imposant. Doch was bringt uns nun dieser Hunger nach ewigem Leben, selbst wenn der Tod schon im Blickfeld steht? Ist Miriams Verweigerung von Johns Wunsch, ihm ein Ende zu setzen, mittlerweile als ein Statement zur Sterbehilfe zu sehen? Ist richtige, bedingungslose Liebe so verzehrend, dass sie wie eine Krankheit (auch eine Lesart/Interpretation des Films) anmuten kann?

Diese Fragen kommen in der manches Mal auch etwas zu umständlich erzählten Geschichte von BEGIERDE auf, eine Beantwortung darauf bleibt er schuldig. Dafür kann er mit seiner Optik betören und gefällt durch seine unaufgeregte Erzählweise. Es bleibt festzustellen, dass dies Scotts künstlerisch ambitioniertester (Lang-)Film ist, vielleicht sogar sein Bester und vielleicht ist es auch ein gewisser Abgesang auf den Vampirfilm selbst. Es ist nicht frei von jeglicher Ironie, wenn Peter Murphy mit seinen Kumpanen von Bauhaus den Film mit deren größtem Hit “Bela Lugosi’s Dead” musikalisch untermalen und einläuten.

100 Krittiqs
4
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Sieh mal einer an! Ganz hinten in meinem Gedächtnis rührt sich da was.... Kann mich wohl trotz guter Schauspieler damals nicht so wahnsinnig beeindruckt haben. Jetzt wo ich deine Kritik lese, bekomme ich aber Lust, mir den Film doch nochmal anzusehen, allein schon wegen David Bowie
Film
1983
Begierde
1
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IMDB
6.6 von 10
Genre
Romance, Fantasy, Horror, Thriller
Länge
97 Minuten
Handlung
Britischer Vampirfilm aus dem Jahr 1983 von Tony Scott. Miriam und John sind bereits seit Jahrhunderten unsterblich und ernähren sich von menschlichem Blut. Eines Tages bemerkt John an sich Anzeichen es Alterns. Er erfährt, dass die vorigen Partner von Miriam alle schnell alterten und wendet sich an die Gerontolgin Sarah Roberts.
Regisseur
Tony Scott
Besetzung
Catherine Deneuve als Miriam Blaylock
David Bowie als John
Susan Sarandon als Dr. Sarah Roberts
Cliff DeYoung als Tom Haver
Beth Ehlers als Alice Cavender
Dan Hedaya als Lieutenant Allegrezza
Rufus Collins als Charlie Humphries