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Film
2005
Sin City
Übercool aber trotzdem sehenswert
Heiko ist begeistert von Sin City
Es scheint, als möchte man mit dem stark an die gezeichnete Vorlage angelehnten Look bei Sin City von den einfachen Geschichten ablenken. Der macht mit seinen digitalen Schwarzweiß-Bildern und darin eingebetteten Farbsprengseln einiges her und der Gedanke, dass man einen überlangen, animierten Comicstrip verfolgt, verlässt einen die gut zwei Stunden nie. Die drei Geschichten aus Basin City, eben Sin City genannt, lehnen sich wie der Look an Hollywoods schwarzer Serie, dem Film Noir, an.

Harte Kerle sind die Protagonisten: Schläger Marv, der auf einen Rachefeldzug geht, nachdem man seine einzige Liebe Goldie umgebracht hast. Der gealterte Cop Hartigan, gesundheitlich geschwächt und müde vom Job, der die junge Tänzerin Nancy vor einem Killer schützt und Dwight, ein Gangster, der Prostituierten zur Seite steht, als deren Abkommen mit der Polizei über die Kontrolle in ihrem Revier bedroht ist, weil ein irrer Cop zu Tode kommt.

Die klassischen Hard Boiled-Krimis, die Pate für die Graphic Novel und den Film standen, werden in Sin City mit State of the Art-Action angereichert, dazu kommen Phantastereien, womit der Film eine leicht pulpige Note bekommt. Robert Rodriguez verleiht seinem mit Stars nur do gespickten Film eine überaus lässige Coolness, wie sie auch in besseren Tarantino-Filmen vorkommt. Nur lässt dieser sie natürlicher erscheinen. Bei Rodriguez wirkt diese aufgesetzt; eben eine Nuance zu gewollt. Egal ob die Figuren, die Action und ihre Gewaltspitzen oder auch seine visuelle Ebene: es ist unterhaltend, aber Sin City bleibt oberflächlich.

Dabei können die Regisseure Rodriguez und Miller über die zwei Stunden gute Unterhaltung bieten. Die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, ist rasant. Die Off-Kommentare der einzelnen Protagonisten und die Dialoge bieten einige starke Worte. Doch bei all den hübschen Dingen, fehlt Sin City die Seele als Unterbau. Eine gelungene Hommage an die alten Klassiker ist er nicht. Deren Strukturen benutzt der Film mit technischer Finesse um ein für das heutige Mainstream-Publikum Werk zu schaffen, welches auch daran krankt, dass das selbstauferlegte Korsett der Comicvorlage die Geschichte einengt. Rodriguez hält sich zu stark an dieser und verpasst es als Filmemacher, den Film Noir - eine ertragreiche Zeit Hollywoods - darin noch etwas mehr zu huldigen. Die angedeutete, melancholisch gefärbte Stimmung, bleibt leider auf der Strecke. Nichts desto trotz bleibt Sin City ein kurzweiliges und unterhaltsames Erlebnis.
100 Krittiqs
6
5
Super Kritik! Beim Lesen ist mir nochmal klar geworden, was mir damals beim Film gefehlt hat: genau, eine Seele! Den 2. Teil fand ich regelrecht langweilig, sodass ich in der Hälfte ausgeschaltet habe...
Der Nachfolger war routiniert aber ihm fehlte einfach der Charme
Genau!
Dankefein Saskia! :) Dann erwarte ich mir für die Fortsetzung nicht all zu viel.
Film
2005
Sin City
11
2
0
IMDB
8.1 von 10
Genre
Action, Crime, Thriller
Länge
124 Minuten
Handlung
Basin City, genannt Sin City, ist ein düsteres Metropolis, in dem nichts und niemand wirklich sicher ist, in dem die Gewalt allgegenwärtig ist und die Schicksale sich kreuzen. Drei Geschichten aus den dunklen Winkeln der Stadt werden hier erzählt: da ist der muskulöse Schläger Marv, der sich auf einen beispiellosen Rachefeldzug begibt, als die einzige von ihm geliebte Frau Goldie nach einer gemeinsamen Nacht von einem Killer getötet wird.
Regisseur
Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino
Besetzung
Bruce Willis als Hartigan
Mickey Rourke als Marv
Clive Owen als Dwight
Jessica Alba als Nancy Callahan
Elijah Wood als Kevin