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Film
2014
Hüter der Erinnerung - The Giver
EQUILIBRIUM meets DIVERGENT
Franziska findet Hüter der Erinnerung - The Giver okay
"Nicht schon wieder so ein Teeniefilm" mag sich manch einer beim Blick auf den Trailer gedacht haben. Doch THE GIVER gehört zu den besseren YA-Filmen.

Nachdem die Jüngeren EQUILIBRIUM wahrscheinlich nicht kennen, wird die Story von einer emotionslosen, aber offenbar friedlichen Gesellschaft cineastisches Neuland für sie sein. Der Cast ist mit Jeff Bridges, Meryl Streep und Katie Holmes hochrangig besetzt. Für die Zielgruppe gibt's auch eine kleine Gastrolle von Popsternchen Taylor Swift, die sich auf ein ertragbares Maß beschränkt.

Großes Manko ist das filmische Universum: Wo spielt die Handlung? (Ort, Jahr) Wenn alle Alten getötet werden, warum gibt es dann einen Ältestenrat? Warum gibt es eine "border of memory"? Groß erklärt wird da nichts. Auch die gängigen YA-Klischees werden ausführlich bedient. THE GIVER unterhält, bleibt aber nicht lange im Gedächtnis.

4.5/6

Weitere Filmkritiken gibt's in meinem Blog filmkompass.wordpress.com und auf facebook.com/filmkompass.
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4
Deine Kritik scheint mir in der Tendenz zu streng zu sein. Einmal hinsichtlich der Anforderung an die Stringenz eines "filmischen Universums". Gerade bei Science Fiction finde ich es erlaubt (wenn nicht sogar unabdingbar), dass die Fäden nicht ganz verwoben sind, sondern noch viele Fragen offen bleiben, ja sogar Widersprüche herausfordern. Was wäre etwa ZARDOZ für ein plumpes Ding, wenn er alles erklären würde?! Zum anderen ist THE GIVER, obwohl er sich - da stimme ich völlig zu - mit Taylor Swift an sein junges Zielpublikum anbiedert, eine sehr sorgfältige, geradezu liebevoll gestylte Dystopie und im Gegensatz zu so groben Sci-Fis wie DIVERGENT feinsinnig und reich an kritischen Ideen. Ich meine, das sollte man ihm hoch anrechnen. Viele andere Genrefilme sind vielleicht visuell überwältigender, aber ohne diese Tiefe.
Dein Kommentar zu meiner Strenge nehme ich mal als Kompliment. Wenn man schon über 500 Filme gesehen hat, wird man automatisch strenger, denke ich. Die immergleichen Muster öden nach ner Weile an.
Ja, das stimmt (leider). Uns Vielgucker macht die Profession aus Leidenschaft bisweilen zu etwas ungeduldigen und strengen Kritikern Als kleines Korrektiv frage ich mich immer, ob es denn wirklich noch besser hätte gemacht werden oder ob es nicht einfach gut ist, wie es ist. Oder anders gesagt, außer dass wir (immer) den perfekten Film suchen und wollen, sollten wir froh sein, dass es auch den auf hohem Niveau gescheiterten Film gibt oder einfach nur das gute "Handwerk". Im SF Bereich ist z.B. SOYLENT GREEN ein solcher Fall von großartigem Handwerk, der mit ganz wenig so viel erreicht.
Danke für den Tipp. Guck ich gleich mal nach...
Film
2014
Hüter der Erinnerung - The Giver
3
5
2
IMDB
6.5 von 10
Genre
Romance, Drama, Fantasy, Science Fiction
Länge
94 Minuten
Handlung
Jonas ist ein ganz normaler Junge in einer zukünftigen Welt, in der es keine Kriege, keinen Hunger und auch sonst kein Leid, aber auch keine Leidenschaften mehr gibt. Sein Leben und Schicksal ist von der Gesellschaft vorherbestimmt: Von der Geburt, über die Schule und die Arbeit, die Ehe und letztlich den Tod ist alles vorhergeplant.
Regisseur
Phillip Noyce
Besetzung
Jeff Bridges als The Giver
Meryl Streep als Chief Elder
Brenton Thwaites als Jonas
Odeya Rush als Fiona
Alexander Skarsgård als Jonas's father
Katie Holmes als Jonas' mother
Taylor Swift als Rosemary