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Film
2006
Der Geschmack von Schnee
Zum Heulen schön
Franziska ist begeistert von Der Geschmack von Schnee
Viele Jahre hatte ich vor Alan Rickman Angst. Immer spielte er den durchtriebenen Bösewicht, der allen -einschließlich mir- einen Schrecken einjagte. Irgendwann erkannte ich dann, dass er nicht nur "böse kann". Einer der Filme, die meine Meinung über Rickman änderten, war DER GESCHMACK VON SCHNEE (OT: SNOW CAKE). Als die Nachricht von Alan Rickmans Tod dieses Jahr um die Welt ging, war ich kurz davor zu heulen. Auch als ich mir gestern nach langer Zeit mal wieder SNOW CAKE angeschaut habe, musste ich noch die darauffolgenden 48 Stunden immer wieder über den Film nachdenken.

Nicht zuletzt auch, weil Fragen der Trauerverarbeitung und Schuldgefühle in der Geschichte verhandelt werden. Alan Rickman spielt den Briten Alex Hughes, der die Anhalterin Vivianne mitnimmt. Der Wagen wird kurz darauf angefahren. Vivianne stirbt, Alex überlebt. Er möchte Viviannes Mutter Linda sein Beileid aussprechen. Das wird schwieriger als gedacht, denn Linda ist Autistin.

Die Handlung wird herrlich ruhig erzählt, kleinere Logiklöcher kann man vernachlässigen. Der Soundtrack passt sich ebenfalls der inneren Haltung des Films an. Ohrwürmer sind zwar nicht dabei, aber die wären auch angesichts der Thematik fehl am Platz. Der Cast und die schauspielerischen Leistungen sind umwerfend. Die Charaktere sind dreidimensional. Regisseur Marc Evans erzählt eine einfache Geschichte, die vielleicht gerade deshalb sehr realistisch und berührend ist.

Alex Hughes sagt an einer Stelle: "Ich habe die letzten vier Jahre damit verbracht um jemanden zu trauern, den ich nicht kannte." Das Gefühl kommt mir sehr bekannt vor...

Alan Rickman. Rest in peace.

5.5/6 bzw. 9/10

Der Film ist aktuell [Dezember 2016] auf Amazon Prime zu sehen.
6
0
Film
2006
Der Geschmack von Schnee
2
0
0
IMDB
7.6 von 10
Genre
Romance, Drama, Indie
Länge
112 Minuten
Handlung
Der verschlossene Engländer Alex wird in der verschneiten Weite Ontarios in einen Autounfall verwickelt, gerade als die Anhalterin Vivienne bei ihm eingestiegen ist. Die junge Frau stirbt noch am Unfallort. Voller Schuldgefühle sucht der 50-jährige Alex Viviennes Mutter auf. Doch Linda ist keine gewöhnliche Mom: Sie ist Autistin und kann ihre Trauer nicht zeigen.
Regisseur
Marc Evans
Besetzung
Alan Rickman als Alex Hughes
Sigourney Weaver als Linda
Carrie-Anne Moss als Maggie
Emily Hampshire als Vivienne Freeman
James Allodi als Clyde
Janet van de Graaf als Meryl (as Janet van de Graaff)
Julie Stewart als Florence