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Film
2014
Unknown User
YouDie: Anti-Cybermobbing-Kampagne
Michael findet Unknown User okay
Lässt man die Minions außen vor, dürfte "Unknown User" aka "Unfriended" wohl der Film mit dem stärksten Marketing der letzten Monate gewesen sein. Gerade medial ging der Weg in Sachen Film nicht daran vorbei. Das hebt natürlich Erwartungen, gerade weil er - wie viele gerne behaupten - der erste seiner Art ist.

Ist er aber nicht. "Open Windows" mit Elijah Wood hat bereits ähnliche Ansätze gezeigt und gut vorgelegt. Was "neu" ist, ist die Idee Cybermobbing zu thematisieren. Ein dunkles Kapitel unserer Zeit und der ach so sozialen Netzwerke.

Die Story ist schnell erzählt. Sechs Teenager treffen sich per Skype-Konferenz und haben einen ungebetenen Gast. Wie sich herausstellt handelt es sich dabei um den Account Laura, einer Mitschülerin. Das Problem: Laura wurde vor exakt einem Jahr über YouTube und Facebook öffentlich bloßgestellt und nahm sich das Leben. Heute wäre ihr Geburtstag gewesen.

Die nervigen Teenager sind meiner Meinung nach recht gut gespielt. Nervig, nicht weil ich Teenies kacke finde, sondern weil ihre Art miteinander zu kommunizieren einfach unbeschwert, teils unüberlegt, gut rüberkommt. Weniger gut ist natürlich, dass die Konstellation voller Stereotypen viel kaputt macht.

Aber sei es drum. Wir bekommen also einen Film, der über die gesamte Länge als Bildschirm von Schülerin Blaire funktioniert. Wir sehen die Skype-Konferenz, Facebook-Chats und Gmail. Alles aus ihrer Sicht. Dabei wird der eine oder andere Logikpunkt offensichtlich bewusst ignoriert, um die Geschichte fortführen zu können (Haben die alle keine Eltern und Geschwister?).

Wie sich allerdings der "Unknown User" unter die Kiddies 2.0 mischt und sie nach und nach ins Chaos stürzt ist gerade zu Beginn sehr spannend und interessant aufgebaut. Wer hätte gedacht, dass ein Ladebalken, eine seltsames Profilbild oder die Worte "Laura is typing..." so gut als Spannungselement funktionieren?

Mich hat das ziemlich gut unterhalten. Und das überrascht mich. Weniger überrascht mich dann, dass das Ende völlig unsinnig in typische B-Movie Effekte und "Gewalt" abdriftet. Das wäre wirklich so nicht nötig gewesen und schadet dem Gesamtbild.

Spannung:????
Action:?
Erotik:
Humor:
Gewalt:
Herz:

Wer sich an pausenlose Schweigeblicke in die Webcam, elternlose Kids, penetrantes Product Placements und massig Beleidigungen gewöhnt, der bekommt einen Thriller, der sehr stark anfängt und in den letzten 15 Minuten sein ganzes Potenzial in die Weiten des Internets feuert. Empfehlen würde ich ihn allein schon wegen der wichtigen Thematik und der etwas anderen Perspektive.

Mehr Filme: derfilmtipp.de
146 Krittiqs
6
1
Ich danke dir :)
Film
2014
Unknown User
3
9
6
IMDB
5.7 von 10
Genre
Horror, Thriller
Länge
83 Minuten
Handlung
Ein Jahr ist es her, seit sich High-School-Schönheit Laura auf der Party eines Mitschülers bis auf die Knochen blamierte. Ein Jahr, seit das Video ihres peinlichen Fehltrittes ins Internet gestellt wurde und Lauras Ruf auf einen Schlag ruinierte. Ein Jahr, seit sich Laura auf tragische Weise das Leben genommen hat. Heute Nacht versammeln sich sechs ihrer Mitschüler auf Skype, um über Lauras Tod zu reden. Bis sich eine unbekannte siebte Person mit Lauras Konto einloggt und alle Anwesenden warnt: Wer versucht, den Chat zu verlassen - stirbt. Wer sich weigert, zu reden - stirbt. Wer die Wahrheit über die Ereignisse im vergangenen Jahr verschweigt - stirbt. Ist Lauras Geist zurückkehrt, um Rache zu nehmen? Oder spielt jemand den sechs Freunden einen grausamen Streich?
Regisseur
Levan Gabriadze
Besetzung
Shelley Hennig als Blaire Lily
Renee Olstead als Jess Felton
Will Peltz als Adam Sewell
Jacob Wysocki als Ken Smith
Moses Storm als Mitch Roussel
Courtney Halverson als Val Rommel
Heather Sossaman als Laura Barns