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Film
2014
Sin City 2: A Dame to Kill For
sexy, brutal, ohne Wow
Michael findet Sin City 2: A Dame to Kill For okay
Endlich, endlich, endlich! Sin City zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Grafisch ein Meisterwerk, das zeitlos, schwarz und atmosphärisch ist. Je näher Sin City: A Dame To Kill For rückte, desto mehr musste ich mir ins Bewusstsein rufen, dass der große Wow-Effekt in Sachen Stil und Optik nun wohl nicht mehr auftreten würde. Bestenfalls der Spaß am Bewährten. Und was soll ich Euch sagen, es ist exakt so gekommen.

Wer ist nicht mehr dabei? „Dwight McCarthy” wird dieses Mal nicht von Clive Owen gespielt, sondern von Josh Brolin (Planet Terror, Gangster Squad, u.a.). Dwight musste sich in der Zeit zwischen A Dame To Kill For und The Big Fat Kill einigen Gesichts-OP’s unterziehen, was in Sin City bereits erwähnt wurde. Brolin spielt nun den originalen Dwight. Nach dem tragischen Tod von Michael Clarke Duncan hat Dennis Haysbert (24, Jarhead, u.a.) dessen Rolle als junger Manute gut übernommen. Hier wird u.a. geklärt, wie Manute zu seinem Goldauge kommt. Die „tödliche kleine Miho“ wird dieses Mal verkörpert von Jaime Chung (Hangover 2, SuckerPunch, u.a.). Devon Aoki hatte schlichtweg keine Zeit. Ebenfalls nicht mehr mit an Bord sind Nick Stahl, Benicio del Toro, Brittany Murphy (auch tot), Elijah Wood, Michael Madsen und Josh Hartnett. Schade, denn die Figuren von del Toro, Hartnett oder Wood hätten mit Sicherheit noch ein paar Background Stories auf Lager gehabt. Last but not least hat Quentin Tarantino dieses Mal keine Rolle als Gast-Regisseur eingenommen.

Wer ist neu im Team Sin City? Neben Josh Brolin, Jaime Chung und Dennis Haysbert spielen vor allem Eva Green (Casino Royale, Perfect Sense, u.a.) als „Ava Lord“ und Joseph Gordon-Levitt (Inception, The Dark Knight Rises, u.a.) als „Johnny“ zentrale Rollen im zweiten Teil. Kauzige Kurzauftritte gibt es zudem von Juno Temple und Ray Liotta in flagranti sowie von Christopher Lloyd, Lady Gaga und Christopher Meloni. Fans des ersten Teils wird es aber beruhigen die vertrauten Gesichter (und Körper) von Jessica Alba, Rosario Dawson, Micky Rourke, Bruce Willis und Powers Boothe zu sehen. Insgesamt ist die Mischung an Köpfen und Charakteren auch dieses Mal wieder super gelungen.

In den USA ist der zweite Teil an den Kinokassen brutal gefloppt. Ich habe mich davon nicht beeindrucken lassen, weil die Jungs und Mädels da drüben auch Teil 1 zuerst keine Chance geben wollten. Doch tatsächlich gehen die Meinungen über A Dame To Kill For auch hierzulande weit auseinander. Auf moviepilot geben die Kritiker dem Film nur eine unterdurchschnittliche 4.8, die Community dagegen eine 6.8. 74% Prozent gibt's von zelluloid.de-Usern, 75% von cinema.de. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Anstatt sich völlig neu zu erfinden ist Regisseur Robert Rodriguez (Machete, Desperado, u.a.) seinem Erfolgskonzept treu geblieben. Wieder liefert er drei interessante Geschichten begleitet von Monologen, gefilmt im Film-Noir-Stil der Comics von Frank Miller. Wieder ist jede von ihnen gefüllt mit Hoffungslosigkeit, Wut, Gewalt, Gier, Arroganz, Erotik und Sarkasmus. Und wieder sind die selbstzerstörerischen Seelen das, wovon die Handlung lebt. Über die Effekte darf auch in 3D gestaunt, über den einen oder anderen Gag geschmunzelt werden. Josh Brolin nimmt man Dwight anfangs nur schwer ab, je mehr sich der Film dem Ende nähert, desto einfacher wird es aber. Eva Green lebt ihre ganze Goth-Erotik aus, ohne dabei ihrer Figur die völlige Dämonin im Leib glaubhaft zu verleihen. Das schaffen nur die roten Lippen und die giftgrünen Augen.

Sympathieträger sind Micky Rourke als Marv - dem mit Just Another Saturday Night eine eigene Story geschenkt wurde - und Jessica Alba als Stripperin Nancy. Während sich Marv gewohnt belustigt am Ableben anderer durch die Story tötet, macht gerade Nancys Wandlung zur Kampfamazone die Sache spannend. Ihre Figur verkraftet den Tod von Hartigen (Bruce Willis) nicht und droht körperlich wie seelisch daran zu zerbrechen. Ihr Fluchtplan: Rache. Leider wird Alba hier zu wenig Leinwandzeit gegeben, mal abgsehen vom zig mal halbnackt auf der Bühne tanzen. Trotzdem machen diese beiden Spaß. Überraschend cool bringt sich die Figur „Johnny“ ins Spiel. Johnny ist ein überheblicher Spieler, der zwar einen Plan zu haben scheint, vor lauter Ignoranz gegenüber der Realität in BasSin City aber daran zerbricht. Kein Held, sondern die perfekt überbrachte Selbstüberschätzung - und genau diesen Typen spielt Joseph Gordon-Levitt hervorragend.

Fazit: Sin City: A Dame To Kill For bietet drei im Vergleich zu Teil 1 schwächer erzählte Geschichten. Die Effekte sind dagegen wieder einmal grandios, allerdings keine Überraschung mehr. Ausgerechnet die Hauptfiguren Ava und Dwight sind halbherzig inszeniert worden, was altbewährte Mitstreiter und kleinere Nebenschauplätze locker auffangen. Wären A Dame To Kill For und The Big Fat Kill nicht zwei, sondern ein Sin-City-Film – ich wäre noch immer begeistert und euphorisch. Ich bin und bleibe ein Fan von BaSin City und würde mir auch Teil 2 wieder anschauen. Übrigens auch einen Dritten!

Mehr Filme: derfilmtipp.de
1
0
Film
2014
Sin City 2: A Dame to Kill For
5
13
4
IMDB
6.5 von 10
Genre
Drama, Action, Crime, Thriller
Länge
102 Minuten
Handlung
Und wieder bricht die Nacht an in Basin City, eine Nacht, so schwarz und undurchdringlich, dass sich nur die Mutigsten auf die Straße trauen. Eine heiße Nacht, trocken, ohne Wind – genau richtig, um verschwitzte, geheime Dinge zu tun. Dwight muss daran denken, was er alles verbockt hat und was er dafür geben würde, noch einmal von vorne anfangen zu können, endlich der grauen, betäubenden Hölle zu entfliehen, die sich sein Leben nennt.
Regisseur
Frank Miller, Robert Rodriguez
Besetzung
Mickey Rourke als Marv
Jessica Alba als Nancy
Josh Brolin als Dwight
Joseph Gordon-Levitt als Johnny
Rosario Dawson als Gail
Bruce Willis als Hartigan