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Film
2015
American Sniper
Sieg Kyle! American Bullshit.
Michael ist enttäuscht von American Sniper
Vorweg: Ich will dem Film nicht plump vorwerfen er sei pathetisch, da sind unsere amerikanischen Freunde einfach anders gestrickt als wir. Und trotzdem: Er basiert auf Chris Kyles' Autobiografie - und damit auf Lügen und halbwahren Begebenheiten, die Clint Eastwood sogar noch dreist ausbaut.

Wer mehr erfahren möchte ist gerne eingeladen sich meine aktuelle Auseinandersetzung mit dem Film auf www.derfilmtipp.de durchzulesen. Danach seht ihr den Film evtl. mit anderen Augen.

Fakt ist: Kyle war nicht nur die bescheidene Vaterfigur & der ehrenhafte Seal. Gekonnt schlachtete er seinen auf Tötung beruhenden Ruhm kapitalistisch aus. Mit 1,6 Mio verkauften Büchern, einer TV Doku und Statuen in Provinzen. Sein Pendant Mustafa aus dem Film gab es in Wirklichkeit nie. Den Sandsturm auch nicht. Danke fürs Vorgaukeln Mr. Eastwood. Seine Zitate wurden für den Film auch verschönert und verdreht. Das passt zu Chris Kyle. Schließlich wurden ihm zig Lügen aus dem Buch nachgewiesen. U.a. wurde Jesse Ventura Schmerzensgeld in Millionenhöhe zugesprochen. Kyle behauptete den Ex-Seal, Ex-Wrestler und Ex-Governor k.o.geschlagen zu haben weil diese über die US Truppen hergezogen sei. Das ist aber nie passiert, schade Kyle.

Es gibt jedenfalls Gründe warum Spielberg dem Film absagte. Warum Seth Rogen ihn mit Nazi-Propaganda vergleicht. Warum rechtspopulistische Idioten wie Sarah Palin auf den Film stehen. Es gibt Gründe warum ausgerechnet Hollywoods Liebling die Hauptrolle bekommt.

Technisch gesehen punktet der Film in Sachen Tontechnik und Score. Hier ist er stark. Das Drehbuch aber ist schwach und kann sich nicht entscheiden zwischen Drama oder Kriegsaction. Kein Wunder, schließlich wird jeder US-Schuss gerechtfertig. Irakis werden ausschließlich als Wilde, Schlächter, Arschlöcher betitelt. Ähnlich wie in Herz aus Stahl rennen sie moorhuhngleich in die Schüsse rein. Wird aber ein einziger Ami getroffen ist das Drama groß.

Wenigstens die posttraumatischen Sequenzen hätten das Ruder rumreißen können. Doch wo das Handeln der USA auch nur ansatzweise Kratzer kriegen könnte, kratzt Eastwood nur an der Oberfläche. Das ist auch der Grund warum Sienna Miller und Bradley Cooper chronisch unterfordert wurden. Vier von sechs Nominierungen sind eine Beleidigung an Jake Gyllenhaal, Ralph Fiennes & Co.

Ich mache ungern plump Werbung für meinen Blogartikel, doch hier bitte ich Euch: lest ihn! Interessant, auch was Kyles' Mörder angeht. Lasst die Finger vom Film und unterstützt ihm bloß nicht finanziell!

Mehr Filme: derfilmtipp.de
14
4
Danke Dir, musste mal gesagt werden. Zuviele Leute verstehen den als Unterhaltungskino. Man, im Kino haben sogar Leute gelacht als die 2 im Bett lagen und Cooper so an die Decke starrte. Und das scheiß Baby war eine Attrappe, bei 60 Mio Dollar Budget. Man sieht worauf ea Eastwood ankam. Und das waren nicht Details.
Schade, schade, wenn man sieht was Eastwood schon für Meisterwerke abgeliefert hat. Aber war eben auch schon immer Republikaner durch und durch.
Sehr cool geschrieben. Ich lasse die Finger von dem Film :)
Danke Euch :) hatte mich da etwas eingelesen und irgendwie kam immer noch mehr dazu, das ich nicht unkommentiert lassen konnte^^
Film
2015
American Sniper
9
14
8
IMDB
7.3 von 10
Genre
Drama, Biography, Action
Länge
132 Minuten
Handlung
Navy SEAL Chris Kyle gilt als tödlichster Scharfschütze in der Geschichte des US-Militärs. Mit nur einer einzigen Mission wird er in den Irak geschickt: seine Kampfgefährten zu beschützen. Seine zielgenaue Präzision rettet auf dem Schlachtfeld Tausende von Leben, und als sich die Geschichten seiner mutigen Heldentaten verbreiten, bringt ihm das den Spitznamen "Legend" ein. Doch auch hinter feindlichen Linien spricht sich sein Ruf herum. Ein Kopfgeld wird auf ihn ausgesetzt und er selbst zur Zielscheibe der Aufständischen. Zudem muss er an der Heimatfront noch eine ganz andere Art von Kampf austragen und versuchen, eine halbe Welt entfernt ein guter Ehemann und Vater zu sein.
Trotz der Gefahr und der Belastung für seine Familie daheim dient Chris vier grauenvolle Kampfeinsätze lang im Irak, wobei er das SEAL-Credo, keinen Mann zurückzulassen, personifiziert. Nach seiner Rückkehr zu Frau und Kindern aber wird ihm klar, dass es der Krieg ist, den er nicht hinter sich lassen kann.
Regisseur
Clint Eastwood
Besetzung
Sienna Miller als Taya
Bradley Cooper als Chris Kyle
Jake McDorman als Biggles
Brian Hallisay als Capt. Gillespie
Kyle Gallner als Goat-Winston
Cole Konis als Young Chris Kyle
Ben Reed als Wayne Kyle